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Solo statt mit Seabear: Debütalbum der isländischen Sängerin.
Ein angedachter Beat galoppiert zaghaft drauflos, sepiafarbene Klavierwolken ziehen auf, erst flirrend, dann satt, schließlich erhebt die Isländerin Sóley ihre Stimme. Eine Stimme, die lange Zeit gar keine Gesangsstimme war. Die junge Frau mit dem Kassenbrillengestell hat nämlich erst recht spät, als sie mit ihrer Band Seabear schon längst durch die Welt tingelte, erkannt, was in ihrer Stimme steckt. Diese steht denn auch im Mittelpunkt ihrer Songs, die wie eine Laterna Magica aufleuchten, Gestalt annehmen, verwehen und wieder aufflammen. Soléy ist solo in erster Linie eine Geschichtenerzählerin mit ihrem ganz eigenen Wunderland. Dabei fügt sie die Elemente mit einem inneren Schnipsen, einem Schnalzen und einer Leichtigkeit zusammen. Nach der ersten Sechs-Track-EP von 2010 atmen auf "We Sink" die improvisierten Beat-Fundstücke organisch vor sich hin, laden die Handclaps im Unterholz zum Mitmachen ein. Das Resultat ist mal catchy, mal wunderbar verschroben: nordischer Strickjacken-Folk mit halbblinden Gläsern, die im WG-Abwaschwasser hin und her schippern, schön Lee vor Luv.
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