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Doku über das frivole und gesunde Leben eines schwulen Mannes in Tanger.
Es ist Morgen in Tanger: Gymnastik für Jean Neuenschwander, einst Postangestellter, Hoteldirektor, heute Pensionär und Hauptperson dieses Films. In Tanger hat er sich mit 51 Jahren niedergelassen, um einen sorglosen Ruhestand in Luxus zu genießen. Simon Bischoffs "Mon beau petit cul" ("Mein süßer kleiner Arsch", Schweiz, 1997) ist die Chronik seines Intimlebens, von dem Neuenschwander gerne und ausschweifend erzählt. Am liebsten schildert er seinen ersten schwulen Sex, seine sexuellen Vorlieben, die Vorzüge und Annehmlichkeiten marokkanischer Ärsche, die Genüsse eines frivolen und gesunden Lebens. Bischoff baut seinen Film rund um Jean Neuenschwander auf und zeichnet von dessen Geschichte ausgehend ein differenziertes Bild der Schwulenszene von Tanger. Ob es ein Sitten- oder ein Unsittengemälde dieser Welt ist, lässt Bischoff offen. Und genau das ist die Stärke des Films: Akribisch, fast ethnografisch leuchtet er die provokative, unangepasste Biederkeit des spät geouteten Saubermanns aus. Und überlässt das Urteil anderen.
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