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Wohnen in St. Petersburg: eine Wohnung, vier Zimmer, vier Besitzer.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Ihrer Familie in einem einzigen Zimmer wohnen und sich Küche, Bad und Telefon mit bis zu zwei Dutzend weiteren Personen teilen. In St. Petersburg ist das nicht ungewöhnlich, sondern ein Relikt aus den Zeiten der sowjetischen Normzuteilung. Nach deren Ende hat sich die Frage von privatem Wohneigentum für die meisten Russen zu einem Hauptproblem entwickelt. Der Staat hat nach dem Ende des Sowjetsystems den Bewohnern der "Kommunalka", den typischen Gemeinschaftswohnungen, ihre Zimmer, die sie als ganze Familien innerhalb einer Wohnung bewohnten, als Besitz geschenkt. Vier verschiedene Zimmerbesitzer leben so in einer Wohnung, teilen sich Küche, Bad und Telefon, betreten aber niemals das Zimmer des anderen. - Wie sich in Russland der Handel mit Wohnraum nach dem Ende der Sowjetunion exemplarisch für den Umbau der ganzen Gesellschaft entwickelt hat, wie sich freie Marktwirtschaft in Russland heute anfühlt, dies zeigt "Perestroika" von Christiane Büchner auf virtuose und spannende Weise.
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