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Melodisch und nonchalant: Bei den Amerikanern werden Gedichte zu Musik
Vor hundert Jahren wäre jemand wie Davey von Bohlen sicher Poet geworden. Auf Marktplätzen hätte er mit schnarrender Stimme für ein paar Cents seine Gedichte vorgetragen, die von Isolation und Liebe handeln, vom Generationenkonflikt und dem Künstlerleben in den USA. Aber zum Glück gibt es Maritime, Davey von Bohlens Band, die die Texte ihres Sängers wunderschön in Musik umzusetzen weiß. Dabei klingen die Amerikaner angenehm unmodern, unhip und unaufgeregt. Nach diversen Besetzungswechseln - zeitweise gehörten Eric Axelson (Dismemberment Plan) und Jeremy Gara (Arcade Fire) zum Line-Up - wurde jetzt eine wahre Poparmee rekrutiert, deren Gitarrist auf den schönen Namen Chicken hört.
Die Songs pendeln hin und her zwischen majestätisch ("First Night On Earth"), Punkrock ("Handover Hannover"), Beat ("Guns Of Navarone") und Smiths-Gelöte ("Be Unhappy"), ohne je die Richtung zu verlieren. Maritime spielen ihre Lieder, melodisch und nonchalant, und sind einfach nur sie selbst.
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