| |
Indie-Ikone goes Memphis.
Man kann sie getrost als Indie-Ikone bezeichnen, diese Chan Marschall, aka Cat Power. Vier Alben lang lieferte sie betörende Songs, die oft akustisch und meistens Low-Fi umgesetzt waren. Ihre Konzerte sind emotionsgeladene Ereignisse, die niemanden kalt lassen. Entsprechend groß ist weltweit die Zahl ihrer Verehrer, zu der auch illustre Persönlichkeiten wie die Mode-Designer Marc Jacobs, Nicolas Ghesquiere (Balenciaga) und Agnes B gehören. Chan outet sich nun umgekehrt als Fan schwarzer Musik. Die im Süden der USA aufgewachsene Künstlerin produzierte ihr 2005er Album denn auch in den legendären Ardent Studios und sicherte sich dabei die Mithilfe einiger extraordinärer Musiker. So standen ihr u.a. Gitarrist Mabon "Teenie" Hodges und sein Bruder, der Bassist Leroy "Flick" zur Seite. Die beiden waren in den Siebzigern verantwortlich für Dutzende von Produktionen im typischen erdigen, souligen Memphis-Sound. Als Herzstück der Hi Rhythm Band waren sie einige Jahre lang Teil der Band von Al Green und als Co-Autoren an Hits wie "Love & Happiness" oder "Take Me To The River" beteiligt. Es muss aber keiner fürchten, dass "The Greatest" ein R&B- oder ein Soulalbum geworden sei. Es ist vor allem ein Album prallvoll mit Songs aus der Feder von Chan Marschall. Und der notenunkundigen Autodidaktin ist es gelungen, die professionellen Studiomusiker von ihren Ideen zu überzeugen. So ist "The Greatest" ein fulminantes Werk geworden, mit Songs, die Zuversicht statt Traurigkeit ausstrahlen, die soulig sind oder die gelegentlich sogar ein wenig grooven. Trotz flauschiger Geigen, funkiger Beats und prägnanten Gebläses ist es aber ihre rauchige Stimme, die dominiert und die sich, so unterstützt, auch traut, Stärke zu zeigen.
|
|