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"Erfolg ist nicht ohne Schattenseiten", sagt einer, der weiß, wovon er spricht: Noel Gallagher, Gitarrist und Songwriter einer der erfolgreichsten britischen Bands aller Zeiten. Sieben Studioalben haben Oasis seit ihrer Gründung 1991 veröffentlicht, sieben Mal eroberte die Band aus Manchester damit die Nummer eins der britischen Charts; unzählige andere Topplatzierungen kommen weltweit dazu - von den ebenso vielen Skandalmeldungen und Tabloid-Storys ganz zu schweigen. Wo viel Licht ist, ist halt auch viel Schatten.
Wie kaum eine andere Band stehen Oasis mit jedem neuen Album unter einem enormen Erfolgsdruck - kommerziell wie künstlerisch. Angefangen beim fast noch unschuldigen, sich scheinbar um jede Zusage windenden Debüt "Definitely Maybe". Das erscheint am 30. August 1994 und bricht schon ein paar Tage später den Rekord für das sich am schnellsten verkaufende Debütalbum der englischen Musikgeschichte. Gleich der erste Track gibt die zukünftige Richtung vor: "Rock ’n’ Roll Star". Was das anbelangt, folgt ein Jahr später Gewissheit, nämlich der absolute Megaseller der Band. Das zweite Album "(What's The Story) Morning Glory?" schenkt der Welt nicht nur Evergreens vom Schlage "Wonderwall" und "Don’t Look Back In Anger", sondern geht weltweit mehr als 23 Millionen Mal über den Tresen. Das sichert der Band Platz drei in der ewigen UK-Albumbestenliste (hinter Queens "Greatest Hits" und "Sgt. Pepper’s ..." von den Beatles).
1997 - der "Battle Of Britpop" zwischen Blur und Oasis ist längst zu Gunsten der Gallagher-Brüder entschieden - genießen Oasis den Höhepunkt ihres Ruhmes und veröffentlichen ihr drittes Album "Be Here Now". Seitdem hat sich in England kein Album schneller verkauft. Die folgenden Jahre bringen gewisse Umbrüche mit sich: 1999 verabschieden sich Paul "Bonehead" Arthurs und Paul "Guigsy" McGuigan von der Band, und für den Produzenten Mark "Spike" Stent kommt Owen Morris. Ein Jahr später gründen Oasis ihr eigenes Label Big Brother Recordings, auf dem 2000 das Album "Standing On The Shoulder Of Giants" erscheint, gefolgt von den Live-Aufnahmen "Familiar To Millions" und dem fünften Studioalbum "Heathen Chemistry" in 2002.
2004 verlässt der langjährige Drummer Allan White die Band, auf dem ein Jahr später erscheinenden "Don’t Believe The Truth" spielt erstmals Ringo Starrs Sohn Zak Starkey Schlagzeug. Es ist das erste Oasis-Album, für das jedes Bandmitglied Songs beisteuert. Gleichzeitig bedeutet "Don’t Believe The Truth" eine Art Neuanfang und Rückbesinnung auf alte Songwriter-Qualitäten. Kritiker und Fans zeigen sich gleichermaßen begeistert. Ebenso wie 2008, als Oasis ihren künstlerischen Höhenflug nutzen, um nach dem Best-Of "Stop The Clock" (2006) mit "Dig Out Your Soul" ihr bis dato anspruchsvollstes und abwechslungsreichstes Album vorzulegen.
Erfolg ist nicht ohne Schattenseiten. Oasis wissen das und haben aus ihrer Geschichte gelernt. Und vielleicht sind die Britpop-Götter gerade deswegen immer noch dort, wo sie seit 1994 hingehören: auf dem Pop-Olymp.
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